Franchise-Guide

Wie verläuft die internationale Expansion im Franchising?

Welche Bedeutung hat Master-Franchising für die Internationalisierung?


Im Rahmen des Master-Franchising wird eine Lizenz vergeben, die dem Master den Aufbau des Franchise-Systems in einem Land oder einer größeren Region erlaubt. Der Master hat gegen unmittelbare oder mittelbare finanzielle Vergütung das Recht, die Lizenz zum Zwecke des Abschlusses von Unter-Franchise-Vereinbarungen mit Franchise-Nehmern zu nutzen.  Meist handelt es sich um ausländische Franchise-Systeme, die mit ihrem national erprobten Franchise-Konzept international expandieren wollen.

Das Vorgehen des Franchising lässt sich weitgehend auf das Master-Franchising übertragen. Nach der Erprobung des Franchise-Konzeptes in einem Pilotbetrieb nimmt der Master gegenüber den Franchise-Nehmern den Platz des Franchise-Gebers ein. Im Rahmen einer Masterfranchise-Vereinbarung lassen sich die Stärken eines ausgereiften Systems mit den Detailkenntnissen eines bestimmten Territoriums verbinden.

Für den Erwerb einer Master-Franchise-Lizenz ist i.d.R. ein sechs- bis siebenstelliger Betrag aufzubringen. Eine solche Investition kann für eine Einzelperson oder ein Unternehmen vor allem dann interessant sein, wenn die Anpassung des Franchise-Konzeptes weniger Zeit und Kosten als eine Eigenentwicklung in Anspruch nimmt.  
Für die Anpassung des Franchise-Konzeptes an die Marktbedingungen, die Rekrutierung, Ausbildung und Betreuung der Franchise-Nehmer sowie die Steuerung des Netzwerkes und der Systemzentrale sollte der Master außerdem umfangreiche betriebswirtschaftliche Kenntnisse, kaufmännische Erfahrungen und soziale Kompetenz mitbringen. Für die Zusammenarbeit mit einem ausländischen Franchise-Geber sind Fremdsprachenkenntnisse unverzichtbar.

Die Vorzüge des Masterfranchising machen sich besonders bemerkbar hinsichtlich:

Markteintritt beim Master-Franchising
Ein qualifizierter Master-Franchise-Nehmer erspart dem Franchise-Geber die Zeit und Mühe, die für die Sammlung von Informationen über spezifische Marktgegebenheiten, Gesetze, Geschäftspraktiken und Finanzierungsquellen aufzubringen wäre. Auf diese Weise kann das Risiko von Fehlentscheidungen aufgrund einer unzureichenden Informationsbasis verringert und der Markteintritt beschleunigt werden.

Unternehmerisches Risiko beim Master-Franchising
Der Inhaber einer Master-Franchise beteiligt sich maßgeblich an dem unternehmerischen Risiko des Geschäftsaufbaus. Gewöhnlich muss er erhebliche finanzielle Mittel einbringen, um das Franchise-System in seinem Territorium zu verankern und zu entwickeln. Als Gegenleistung berechtigt ihn die Master-Franchise zur Teilhabe am finanziellen Erfolg der von ihm gesuchten, ausgewählten und ausgebildeten Franchise-Nehmer. Die zusätzliche Master-Franchise-Ebene rechnet sich allerdings nur bei großen Marktchancen oder Gewinnspannen.

Arbeitsaufwand beim Master-Franchising
Gegenüber der Vergabe von Einzellizenzen hat der Franchise-Geber es in dem festgelegten Territorium nur mit einem einzigen Partner zu tun. Seine Ausbildung, Erfahrung und Eignung entscheiden über das Ausmaß der Entlastung für den Franchise-Geber und die weitere Entwicklung in diesem Territorium. Verfügt der Master-Franchise-Nehmer über den Erfahrungsvorsprung eines Pilotbetriebes, kann er Schulungen und Beratungen von Anfang an selber durchführen und muss bei Problemen nur in Ausnahmefällen die Hilfe der Systemzentrale in Anspruch nehmen.

Qualitätsstandard beim Master-Franchising
Entsprechen Fähigkeiten und Einsatz des Master-Franchise-Nehmers denen des Franchise-Gebers, dann bestehen gute Chancen, dass auch die einzelnen Franchise-Nehmer das angestrebte Leistungsniveau erreichen. International erfolgreiche Franchise-Systeme legen größten Wert auf die Überwachung und Aufrechterhaltung des gemeinsamen Qualitätsstandards. Diesem Zweck dient die Einbeziehung der Master-Franchise-Ebene in das Berichtswesen.

Direktkontakt beim Master-Franchising
In Abstimmung mit dem Master-Franchise-Nehmer sucht der Franchise-Geber den direkten Kontakt zu den einzelnen Franchise-Nehmern. Gelegenheit dazu bieten die regelmäßigen Tagungen sowie vereinzelte Betriebsbesichtigungen. Solche Zusammentreffen, die die Bedeutung des einzelnen Franchise-Nehmers für das gesamte System hervorheben, kennzeichnet häufig eine beinahe familiäre Note. Sie erzeugen die Stimmung und Zuversicht, die für erfolgreiche Unternehmen charakteristisch sind.

Sanktionen beim Master-Franchising
Gelegentlich ist der Master-Franchise-Nehmer trotz umfassender Schulung und Beratung durch die Zentrale nicht in der Lage, den angestrebten Qualitätsstandard in seinem Territorium durchzusetzen. In diesem Fall ist der Franchise-Geber gezwungen, die Zusammenarbeit schnellstmöglich zu beenden, um negative Auswirkungen auf andere Territorien zu verhindern. Selbst wenn die Modalitäten einer Trennung schon vorsorglich im Master-Franchise-Vertrag geregelt wurden, können daraus vielfältige Probleme entstehen. So kann der Franchise-Geber sich einem unzureichend ausgebildeten oder sogar demotivierten Netz von Franchise-Nehmern gegenübersehen, die den Wechsel bestenfalls mit gemischten Gefühlen begleiten.

« Alle Franchise-Guide Themen

« Alle Artikel zum Thema "Wie verläuft die internationale Expansion im Franchising?"

Marken-Suche

Franchise-Unternehmen
Autos & Fahrzeuge Franchise
Computer, Telekommunikation & Bürotechnik Franchise
Dienstleistung für Unternehmen Franchise
Freizeit, Kultur & Reisen Franchise
Gastronomie & Hotels Franchise
Gesundheit, Sport & Schönheit Franchise
Heim & Bau Franchise
Kleidung & Mode Franchise
Lebensmittel Franchise
Möbel & Dekoration Franchise
Persönliche Dienstleistungen Franchise
Sonstiges Franchise